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Webdesign – alte und neue Trends 2019/2020

WordPress Entwickler und Webdesigner

Webdesign – alte und neue Trends 2019/2020

Da sich Trends kaum am Lauf der Zeit orientieren, lohnt um den Jahreswechsel herum der Blick in beide Richtungen: Welche Trendvorhersagen aus 2019 setzten sich durch und welche überleben mit einigen Anpassungen bis ins neue Jahr. Neben der reinen Designfrage widmest du dich parallel dazu der technischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Webdesign Trends 2020.

Was in 2019 erfolgreich war und 2020 bleibt

Unerwarteter, da nicht angekündigter Gewinner der Webdesign Trends 2019 ist das Hamburger Menü, das es vom Smartphone auf den Desktop gebracht hat. Dabei ist auf den ersten Blick kaum Nutzen ersichtlich. Der Webseitenbetreiber darf allerdings darauf vertrauen, dass das Icon bekannt ist und verstanden wird. Usability lässt grüßen. Gestalterische oder ästhetische Anforderungen führen dazu, sich für die schlanke Version Hamburger Menü zu entscheiden. Das wird sich auch in 2020 weiter durchsetzen, denn Design ist ein Schwerpunkt im neuen Jahr.

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Minimalismus 1: aufgeräumt und übersichtlich

Einige der Fokusthemen aus 2019 heißen User Experience (UX) und damit einhergehend das User Interface (UI). Damit wird sich das Website Design auch im neuen Jahr beschäftigen, aber ganz neue Wege gehen. Die Reduktion auf das Wesentliche durch viel „White Space“ entwickelt sich bereits jetzt in Richtung eines mehr farbig gestalteten Minimalismus. Dabei begegnen uns einige längst vergessen geglaubte Trends wieder. Der Verlauf erlebt eine Renaissance, wo weder Bild noch Grafik den Hintergrund füllen. Er verleiht der Website mehr Tiefe und mithilfe der IPS-Technologie sind sogar kräftige Farben in beeindruckender Intensität darstellbar.

Minimalismus
Minimalismus im Web- & Grafikdesign

Minimalismus 2: weniger Stock, neue Eyecatcher

Die Verwendung von Stockfotos ist seit Jahren Teil der aktuellen Diskussion mit Befürwortern und Gegnern. An die Stelle professioneller Fotos siehst du im Netz immer mehr von Hand gezeichnete Darstellungen. Manche sind spartanisch animiert und weisen damit auf einen weiteren, starken Impuls für die Webdesign Trends 2020 hin. Mit der Verwendung von Grafiken anstelle von Bildern liegt dein Webdesign gleich dreimal vorn:

  • Es entfallen hohe Beschaffungskosten.
  • Die Realisation gelingt praktisch ad hoc.
  • Die Datei ist deutlich kleiner.

Mit einer Handzeichnung zeigt der Webseitenbetreiber eine persönliche Seite, die Worte und Fotos nur schwer – oder sehr teuer – übermitteln. Es geht darum, das Unternehmen mit einer individuellen Persönlichkeit auszustatten. Das gelingt bereits mit einem simplen Scribble recht gut. Dass sich aus dessen Verwendung keine komplizierten Rechtefragen ergeben, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Dein treuer Gefährte Bewegtbild

Video ist in 2019 gefragt wie nie und wird es weiterhin bleiben. Immer mehr Übertragungswege und Touchpoints machen Video auch in 2020 unverzichtbar. Hier sind kaum Veränderungen zu erwarten.

Dein treuer Gefährte: Bewegtbild
Dein treuer Gefährte Bewegtbild

Die animierte Grafik zeigt sich am Horizont

Um Ladezeit zu sparen, setzen sich Grafiken und Vektoren als Hintergrundbilder immer weiter durch. Diese sind im Dateiumfang meist kleiner als Bilder und besitzen weitere Vorteile wie endlose Skalierbarkeit und leichte Bearbeitung. Storyteller profitieren. Die bewegte Illustration ist die Königsdisziplin. Animierte Grafiken haben aus Gründen der Dateigröße das Potenzial, Videos vielleicht nicht zu verdrängen, aber anzugreifen. Statt lange nach Locations zu suchen für hochwertige und daher teure Videos, überzeugt die animierte Grafik durch geringere Produktionszeiten und Kosten. Vor allem stehen sie bei allen Usern hoch im Kurs.

Benutzerdefinierte Mauszeiger und Mikrointeraktionen

Minimale Feedbacks einer Website wie das Symbol für den Eingang einer Nachricht heißen Mikointeraktion. Deren Einsatz weitet sich aus auf die Animation von Hover- oder Scroll-Effekten. Dazu passend ist der benutzerdefinierte Mausanzeiger ein ebenfalls beliebtes Gimmick, um Nutzer einzuladen und durch den Überraschungseffekt emotional anzusprechen.

Schriften als variable Fonts

Wegen der schlechten Lesbarkeit von Serifenschriften, hatten diese im Web praktisch keine Bedeutung. Mit besserer Technik und variablen Fonts ändert sich das nun. Variable Fonts speichern keine Schriftschnitte in eigenen Ordnern. Stattdessen definierst du den Zeichensatz über Achsen wie Strichstärke oder Neigung. Werte für Kontrast, Konturen oder Serifenform erlauben Fonts, die noch nie im Netz zu sehen waren. Wo gestern noch der Einsatz von Serifenschriften als eher schwierig galt, lösen moderne Displays die feinen Details heute auf jedem Endgerät auf.

Fonts

CSS-Grid für Designs, die Regeln brechen

Webdesigner lösen mit CSS die strenge Geometrie der üblichen Gitterstruktur nun auf für neu aufgeteilte Flächen. Asymmetrische Gestaltung geht mit Enthusiasmus an die Sache heran, will Individualität und Spaß fördern. In diesem Zusammenhang fällt auch das Schlagwort vom Brutalismus. Selbst wenn der Baustil noch weit vor dem flächendeckenden Internet entstand, erlebt das Designthema im Web eine echte Premiere. CSS-Grid liefert das dafür nötige Werkzeug mit innovativem Gestaltungsraster. Die Kombination aus Grid-Container und Flexbox-Modulen führt zu ausgesprochen stimmigen Designs, die den Anforderungen an ein responsives Webdesign gerecht werden.

Das bleibt aus 2019: Mobile First

Der Schwerpunkt mobiles Internet ist weniger Trend, denn Nutzers Wille. Die Strategie Mobile First von Google zeugt von sicherem Gespür und geht auf: Weltweit erfolgt von mobilen Endgeräten schon mehr als 50 % des Webtraffics. Tendenz steigend. Wer diese Aufgabe 2019 noch nicht erledigt hat, verschenkt Potenzial. Wie immer stehen Übertragungszeiten im Fokus. Länger als 3 bis 4 Sekunden ist kein Nutzer bereit, auf den Seitenaufbau zu warten.

Hausaufgaben für Aufholer

Zahlreiche neue Design-Trends wie sparsame Grafiken kommen dieser Anforderung entgegen. Wer es noch nicht getan hat, optimiert spätestens jetzt die Größe der Bilddateien und prüft, ob Java-Skripte entbehrlich sind. Weitere empfehlenswerte Maßnahmen deckt ein kritischer Check auf. Andere, äußerst ansprechende Technologien könnten darunter allerdings auch verlieren.

Adaptive Webseiten

Erste Umsetzungen von responsivem Design erfolgten mit eigenen Webseiten für mobile und Desktop. Das ist heute nicht mehr zeitgemäß und ist problembehaftet: Manchem ist da in der Vergangenheit schon einmal der Warenkorb verloren gegangen. Die elegante Lösung dieser Aufgabe ist ein adaptives Design. Mit dem adaptiven Design löst du bequem die Anforderung, „Look and Feel“ der Seite auf allen Devices zu erhalten.

Das kommt in 2020

Die meisten Veränderungen erfolgten in 2019 auf der technischen Seite und haben Webdesign stark vorangetrieben. Zu den wichtigen Aufgaben für 2020 zählt von daher, die technologische Entwicklung zu verfolgen. Mobile First ist weniger Trend denn Technologie, die das Webdesign in den letzten 10 Jahren stark verändert hat. In diesem Bereich nahm die Entwicklung 2019 weiter an Fahrt auf und beschleunigt noch mehr in 2020. Welche Themen sich in einer Zeit rasanten Umbruchs bis zur Umsetzungsreife entwickeln ist kaum vorhersagbar, doch an zwei Themen kommst du 2020 nicht vorbei.

Mehr KI ist sicher

KI wird flächendeckend einziehen, es fragt sich nur wann. Nachdem es jetzt schon zwei Internet-Giganten – IBM und Google – gelang, einen Quantencomputer zu entwickeln, rückt KI noch ein Stückchen näher. Doch im Webdesign gilt schon das Zusammentragen und verwenden gesammelter Daten aus Browserverlauf und anderen wahrgenommenen Verhaltensweisen als KI. Hier ist zu erwarten, dass es durch die Verfügbarkeit zu mehr Anfragen seitens der Nutzer kommt, was wiederum zu einer gehäuften Umsetzung führt. In weiterer Zukunft kommen voraussichtlich neue Nutzergruppen hinzu, zum Beispiel aus der Robotik oder der Smart City.

Voice – sprachoptimertes Webdesign
Voice – sprachoptimertes Webdesign

Voice – sprachoptimertes Webdesign

Dank Black Friday und dem traditionell umsatzstarken Weihnachtsgeschäft nehmen Voice-Assistenten stark zu. Immer mehr Suchen finden über die Sprachbox statt. Das bringt enorme Veränderungen für die Suchmaschinenoptimierung mit sich, denn die Sprachbox gibt zunächst nur ein Ergebnis zurück. Die Implementierung von Schnittpunkten für Sprachsuchfragen spätestens jetzt vorzunehmen und Inhalte darauf abzustimmen, wird sich auszahlen.

Bildquelle: pixabay.com

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Veröffentlicht von Gastautor

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