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Drupal 8 – Verbesserungen und Neuerung im Überblick

Drupal 8

Seit dem Erscheinen von Drupal 8 im November des vergangenen Jahres erfreut sich die neueste Version des Content-Management Systems einer wachsenden Beliebtheit und wird inzwischen für sämtliche Arten der Web-Content-Verwaltung eingesetzt.

Vor allem der Hubert-Burda Verlag hat die Zeichen der Zeit erkannt und frühzeitig den Umstieg auf Drupal 8 umgesetzt. Doch welche Vorteile bringt die neueste Version des CMS überhaupt mit sich? Um diese Frage zu beantworten, bietet ihnen der folgende Beitrag einen Überblick bezüglich der wichtigsten Neuerungen und Vorteile von Drupal 8.

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Neue Grundlagen verbessern das System

Eine entscheidende Änderung im neuen System ist die Abkehr vom bisher verwendeten PHP-System. Das CMS Drupal 8 läuft nun mit dem Web-Framework Symfony2, welches das System vor allem durch die objektorientierte Architektur anpassungsfähiger und stabiler macht. Gleichzeitig wird durch den Einsatz des PHP-Frameworks die Programmierung und Entwicklung von bestimmten Modulen und den dazugehörigen Erweiterungen erleichtert. Externe Datenpakete werden darüber hinaus nun mit dem Paketmanager Composer verwaltet.

Ein großer Nachteil des Wechsels betrifft jedoch die bisher verwendeten Module. Diese können nicht einfach übernommen werden und müssen dementsprechend neu programmiert und entwickelt werden. Dank der großen Community an Drupal Nutzern ist dieser Prozess aber bereits im vollen Gange und erste Module können bereits in vollem Umfang eingesetzt werden.

Das PHP Framework Symfony. Die neue Basis von Drupal 8
Das PHP Framework Symfony. Die neue Basis von Drupal 8

Vor allem durch den Einsatz von Symfony2 eröffnet Drupal 8 einer breiten Programmier-Community neue Möglichkeiten und Wege. Diese können nun sämtliche in Symfony gesammelten Programmierkenntnisse und Erfahrungswerte für die Arbeit mit Drupal 8 nutzen. Gleichzeitig wurde auch die Verbindung zwischen Symfony und der Template-Engine Twig weiter ausgebaut. Während bei früheren Versionen Sicherheitsrisiken entstanden, da bei der eingesetzten Engine der PHP-Code direkt in die Templates geschrieben wurde, ist die Umgebung nun sicherer, schneller und flexibler.

Neue Module für den Kern

Ein weiterer wichtiger Vorteil bei Drupal 8 besteht in der Übernahme von wichtigen Modulen in den Kern des Systems. Dadurch können umfangreiche Webseiten gebaut werden und zwar ohne zwingend neue Module zu installieren. Dank der offenen Programmierung von Drupal kann dies auch entsprechend nachgelagert erfolgen.

Auch Views als eines der mächtigsten Module ist nun im Kern verankert und ermöglich einen Einsatz im BackEnd. Das Modul ist nun komplett flexibel einstellbar und ermöglich mitunter komplizierte Datenbankabfragen über ein entsprechendes User-Interface. Dadurch können beispielsweise bestimmte Inhalte von Webseiten besser abgerufen und gesammelt werden. Zudem wurde das eingesetzte Block-System einer kompletten Überarbeitung unterzogen. Dabei flossen auch verschiedene Ideen aus dem etablierten Bean-System mit ein. Beispielsweise können nun sämtliche Blöcke auch mit zusätzlichen Feldern ausgestattet werden. Diese Blöcke können im neuen System gleichzeitig in mehreren Regionen bestehen und auch mehrfach für verschiedene Regionen eingesetzt werden.

Darüber hinaus sind bestimmte Felder, welche in der Vergangenheit nur als Zusatzmodule bereitgestellt wurden, nun ebenfalls direkt im Kern eingebettet. Hierzu zählen beispielsweise Datums- und Zeitfelder oder auch Felder für E-Mail-Adressen und Telefonnummern.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Vereinfachung zur Umsetzung mehrsprachiger Webseiten und deren Inhalte. Bei den vorherigen Drupal Versionen mussten dabei viele Zusatzmodule installiert werden, um hier alle möglichen Basisfunktionen bereitzustellen. Alle nötigen Funktionalitäten sind in Drupal 8 schon vorinstalliert und erleichtern so jegliche sprachliche Anpassung. Auch die Konfiguration und Einstellungen bezüglich der eingesetzten Sprachen sind nun deutlich benutzerfreundlicher gestaltet.

Entkopplung zwischen FrontEnd und BackEnd

Die vollkommene Trennung zwischen dem FrontEnd und BackEnd bietet aktuell noch jede Menge Diskussionspotenzial bei den Nutzern und in der Drupal-Community allgemein. Durch die Entkopplung können Inhalte im BackEnd zunächst angelegt und anschließend über einen Webservice an eine Webapplikation oder eine Website übertragen werden. Alle notwendigen Module sind auch hier bereits im Kern vorhanden. Dies führt dazu, dass im FrontEnd Frameworks wie Angular.js zum Einsatz kommen können.

Flexible Themes und Responsive out-of-the-box

Alle Administrationsoberflächen und Themes in Drupal 8 sind nun bereits responsive aufgebaut und funktionieren nach dem Mobile-First Prinzip. Auch das verwendete Bartik-Theme, welches in älteren Drupal-Versionen bereits zum Einsatz kam, wurde einer umfassenden Überarbeitung unterzogen und ist das erste Theme, was nach der Installation von Drupal 8 für die Nutzer zu sehen ist.

Die Anpassung auf mobile Endgeräte setzt sich nun auch in der Administrationsleiste und im BackEnd fort. Dadurch können alle CMS-Nutzer nun ebenfalls auf mobilen Endgeräten auf sämtliche Inhalte zugreifen, bearbeiten, erstellen und verwalten.

Responsive BackEnd von Drupal 8 (Quelle: werbeagentur kartinka)
Responsive BackEnd von Drupal 8 (Quelle: werbeagentur kartinka)

Während in der Vergangenheit bestimmte Elemente wie Pager oder Breadcrumbs nur über bestimmte Umwege geändert bzw. angepasst werden konnten, existiert nun für jeden Bestandteil des Systems ein eigenständiges und einfach anpassbares Template mit einer jeweiligen Grundformatierung.

Mehr Leistung bietet vielseitige Vorteile

Durch den Einsatz der Template-Engine Twig und die neue objektorientierte Basis, sowie sämtliche responsive Anpassungen ist das System nun schneller als je zuvor und bietet ausreichende Leistungsdaten für sämtliche Arten der Web-Content-Verwaltung. Vorteilhaft ist dabei auch der Einsatz des Moduls Responsive Images, welches je nach ausgewähltem Breakpoint entsprechend kleinere Versionen des abgerufenen Bildmaterials bereitstellt. Das Modul nutzt dabei das relativ neue Picture-Element.

Dank der allgemeinen Änderungen im Caching-System läuft Drupal 8 wesentlich schneller als frühere Versionen und bietet dadurch eine vorteilhafte Zeitersparnis für sämtliche Nutzer. Wurden in der Vergangenheit ausschließlich Seitendateien für anonyme Nutzer zwischengespeichert, kommt nun auch ein Caching für angemeldete Benutzer hinzu. Dies beschleunigt nicht nur die Arbeitsweise von Admins und Redakteuren, sondern macht vor allem die Bearbeitung der Inhalte deutlich einfacher.

Weiterhin ist die Einbindung der von Facebook eingesetzten BigPipe Technologie geplant. Diese bietet den entscheidenden Vorteil, dass Seiteninhalte zunächst geladen werden, und anschließend erst schwerfällige und personalisierte Elemente mit langer Ladezeit entsprechend nachgeladen werden. BigPipe ist aktuell nur als Modul vorhanden, soll aber in der nächsten Drupal Version 8.1.0 ebenfalls direkt in den Kern übergehen.

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