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Kostenloses Girokonto für Freelancer, Selbstständige und Unternehmer

Kostenloses Girokonto für Freelancer, Selbstständige und Unternehmer

Kostenloses Girokonto für Freelancer, Selbstständige und Unternehmer

Es ist egal, ob man sich selbst als Selbstständigen / Unternehmer oder nur nebenberuflich Tätigen sieht. Irgendwann steht die Frage nach einem Geschäftskonto im Raum.

Da dieser Markt und die gesamte Finanzbranche in Zeiten der Digitalisierung und des Niedrigzinsumfeldes stark im Wandel sind und viele Banken aktuell an der Gebührenschraube drehen, möchte ich dieses Thema einmal etwas genauer beleuchten.

Neben den Konten der größeren und etablierten Banken möchte ich  auch einen Blick auf das kostenlose Businesskonto des Berliner StartUps „N26“ (vormals Number26) werfen, welches mich erst zu diesem Artikel bewogen hat.

Privates Girokonto geschäftlich nutzen?

Gerade in der Anfangsphase gehen viele Freelancer oder im Nebenerwerb Tätige in eine falsche Richtung: Sie verwenden das private Girokonto für geschäftliche Transaktionen.

Hier gibt es jedoch schnell zweierlei Probleme:

  1. In der Regel verliert man schnell den Überblick über geschäftliche und private Transaktionen. Weiterhin wird die spätere Trennung bei der Übergabe z.B. an Steuerberater oder andere Dienstleister komplizierter.
  2. Viele Banken erlauben die Nutzung eines privaten Girokontos nicht für gewerbliche Zwecke. Man bewegt sich hier also ggf. auf dünnem Eis. Wobei es auch wieder Banken gibt, welche Einzelunternehmern und Freiberuflern die Nutzung gestatten oder zumindest dulden (im Zweifelsfall sollte man offen auf die Bank zugehen und die Nutzungsart besprechen).

Selbst wenn man das Risiko eingehen will, dass irgendwann Probleme mit der Bank auftreten, kann ich aufgrund der sinnvollen Trennung von privaten und geschäftlichen Transaktionen nur jedem ein gesondertes Konto für geschäftliche Zwecke empfehlen. Ob dabei ein echtes Geschäftskonto notwendig ist oder ein gesondertes Privatkonto, hängt in der Regel von der Bank ab.

Einen Girokonto-Vergleich für private Konten gibt es z.B. auf dieser Webseite: https://www.123finanzen.com/konten-karten/girokonto-vergleich/

Kosten und Gebühren für ein Geschäftskonto

Ein Grund, warum Banken geschäftliche Transaktionen lieber auf einem Geschäftskonto durchführen möchten, sind die mitunter höheren Gebühren gegenüber einem Privat-Girokonto.

Bei einem Geschäftskonto zahlt man schnell für jede Kleinigkeit. An Kontoführungsgebühren haben sich im privaten wie geschäftlichen Bereich bereits die meisten Bankkunden gewöhnt oder gewöhnen müssen. Dies trifft vor allem Kunden von Filialbanken.

Neben den monatlichen Kontoführungsgebühren entstehen bei einem Geschäftskonto in der Regel jedoch noch weitere Gebühren: Kosten pro Transaktion, Ausführung von Daueraufträgen, Lastschriften, Gebühren für Karten (Girocard (EC) oder Kreditkarten) und so weiter.

In der Regel landet man bei den meisten Banken mit einem Geschäftskonto, selbst bei wenigen monatlichen Transaktionen, schnell bei Gebühren in Höhe von rund 10€ bis 20€ pro Monat, vor allem wenn Giro- oder Kreditkarten benötigt werden.

Kreditkarten bei Filialbanken sind nicht günstig.

Exemplarischer Konten- und Kostenvergleich

In den folgenden Tabellen möchte ich exemplarisch einige ausgewählte Konten bekannter Großbanken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken sowie Online-Banken miteinander vergleichen.

Bei dem Vergleich gehe ich erst einmal von einem Freelancer oder einer im Nebenerwerb tätigen Person aus, welche eher ein kleines monatliches Transaktionsvolumen aufweist. Bei den Transaktionen handelt es sich um Überweisungseingänge / Ausgänge oder Daueraufträge, welche beleglos erfasst werden (z.B. Online-Banking).

Da die Bankgebühren ab einem gewissen Umsatzvolumen und Transaktionsmenge im Verhältnis nicht mehr so stark ins Gewicht fallen, dürfte der Vergleich gerade für diese ausgewählte Zielgruppe mit wenigen oder geringen Umsätzen am interessantesten sein.

Sofern die Banken verschiedene Kontomodelle anbieten, führe ich hier im Beispiel also tendenziell die Kontomodelle auf, welche eine geringere Monatsgebühr beinhalten, dafür jedoch die Kosten pro Transaktion etwas höher liegen. Mit steigenden Umsätzen und Transaktionsvolumen lohnt sich dann ein erneuter Vergleich.

Die Kosten für beleglose oder beleghafte Buchungen gelten pro Buchung / Transaktion. Bitte beachtet, dass die unten aufgeführten Tabellen nicht für einen abschließenden Vergleich taugen. Viele Banken erlassen z.B. ab 5.000€ oder 10.000€ durchschnittlichem Guthaben die Kontoführungsgebühr oder gewähren andere Vorteile, wie z.B. Rückvergütungen bei den Kreditkarten. Für einen detaillierten Vergleich sollten die Konditionen der einzelnen Banken genau verglichen werden. Die Tabellen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit. Datenstand: 19.11.2016.

Unser Beispielkunde:

Beleglose Buchungen pro Monat: 15
Beleghafte Buchungen pro Monat: 0
Es sind EC- / Girocard und Kreditkarte gewünscht.

Filialbanken

Deutsche Bank Postbank Commerzbank
Konto: Business AktivKonto Business Giro KlassikGeschäftskonto
Monatsentgelt: 8,90€ 9,90€ 6,90€
Beleglose Buchungen: 0,15€ 0,12€ 0,12€
Beleghafte Buchungen: 1,50€ 0,99€ 1,50€
EC-Karte: inkl. inkl. 10,00€ p.a.
Kreditkarte: 29,00€ p.a. 30,00€ p.a. 34,90€ p.a.
Gesamtkosten: 162,80€ p.a. 170,40€ p.a. 149,30€ p.a.
Hypovereinsbank Berliner Sparkasse Berliner Volksbank
Konto: HVB Konto4Business Smart FirmenKonto pur GeschäftsGiro Aktiv
Monatsentgelt: 5,00€ 10,00€ 9,90€
Beleglose Buchungen: 0,30€ 0,40€ 0,25€
Beleghafte Buchungen: 2,50€ 2,50€ 1,95€
EC-Karte: 7€ je Kartenerstellung 12,50€ p.a. inkl.
Kreditkarte: 15,00€ p.a. 47,50€ p.a. 45,00€ p.a.
Gesamtkosten: 129,00€ p.a. (+ einmalig 7€) 252,00€ p.a. 208,80€ p.a.

Online-Banken

N26 netbank DKB
Konto: Business (Beta) Geschäftskonto Basic DKB-Business
Monatsentgelt: 0,00€ 0,00€ 0,00€
Beleglose Buchungen: 0,00€ 0,10€ (15 frei) 0,00€
Beleghafte Buchungen: – – – 10,00€ – – –
EC-Karte: – – – inkl. inkl.
Kreditkarte: 0,00€ 19,00€ p.a. 0,00€
Gesamtkosten: 0,00€ p.a. 19,00€ p.a. 0,00€ p.a.

N26 Business: „Während der Beta-Phase wird das N26 Business BETA Konto kostenlos sein […]“. Damit ist wohl offen, ob dieses Kontomodell auch später weiterhin kostenlos bleiben wird.

Vergleichsrechner für Geschäftskonten

Fazit: Es hängt von dir ab!

Wer glaubt, dass ich nach Aufstellen dieser Tabelle nun eine klare Empfehlung aussprechen würde, der irrt leider. Ich kann an dieser Stelle weder eine klare Empfehlung, noch Bedenken bei einer der aufgeführten Banken äußern. Wer, wie im obigen Beispiel, tatsächlich und ausschließlich beleglose Umsätze verbucht, der fährt mit einer Online-Bank sicher sehr gut und kostengünstig.

Wer jedoch ein etwas umfangreicheres Business und größere Anforderungen verfolgt, wie z.B. Einzug von Lastschriften, persönliche Beratung vor Ort, Finanzierung von Anschaffungen, Zahlungsterminals, Bargeldgeschäfte, Fremdwährungskonten, Zahlungsverkehr im Ausland usw., der fährt ggf. mit einer Filialbank vor Ort besser.

Welches Konto oder welche Bank für euch  nun die Richtige ist, hängt also ganz klar von euren Bedürfnissen ab. Weiterhin sollte man leistungsabhängig auch ein Zweitkonto nicht ausschließen, sofern es sich für bestimmte Zwecke anbietet.

Die Entwicklung von N26 finde ich durchaus spannend und verfolge diese mit großem Interesse. Leider musste ich erfahren, dass bei Fragen oder Problemen teilweise Tage auf eine knappe Rückmeldung via E-Mail gewartet werden musste oder das Telefon ständig besetzt war.

Dies mag sicher auch daran gelegen haben, dass sich Fragen und Probleme zu Zeiten ergeben haben, als gerade neue Produkte eingeführt wurden oder die Expansion in weitere Länder anlief. Der Support-Aufwand für die Mitarbeiter dort also generell schon einmal stark erhöht war. Auf der anderen Seite ist die Beraterin einer Filialbank in der Regel innerhalb von Minuten oder Stunden via E-Mail oder telefonisch erreichbar. Dafür ergibt sich hier natürlich auch ein komplett anderer Kostenfaktor.

Dies soll nun kein Argument gegen N26 oder Online-Banken generell sein, ganz und gar nicht. Ich möchte an diesem Beispiel lediglich aufzeigen, dass es hinter puren Zahlen in Tabellen mehr gibt. Genauso wie sich die großartige und komfortable App von N26 nicht in Zahlen ausdrücken lässt.

Am Ende ist es also eine ganz persönliche Entscheidung, welche angelehnt an die eigenen Bedürfnisse für jeden Einzelnen anders ausfallen kann. Ich würde daher generell eher von Vergleichen auf reiner Zahlen- / Kostenbasis abraten, da es im Detail doch mehr als nur Zahlen zu vergleichen gibt.

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